Soziales

Wir machen Nachhaltigkeit erlebbar.

Ein weiterer Aspekt, der die Kingwood Highland Farm so besonders macht, ist ihr Engagement in verschiedensten Bereichen.

Einer der Schwerpunkte ist die Kooperation mit sozialen Einrichtungen in unserem Nahraum. Dieses Engagement ist elementarer Teil unserer ganzheitlichen Mutterkuhhaltung und verdeutlicht unser Verständnis von Nachhaltigkeit, das einen authentischen Lebensstil und soziale Verantwortung miteinschließt.

Grundsätzlich zielt unsere Arbeit hier auf eine Sensibilisierung und Wertevermittlung für das Mensch-Umwelt-System ab.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Kinder- und Jugendarbeit in Kooperation mit der Jugendarbeit der Gemeinde Calden. Jedoch sind wir natürlich jedem Interessierten gern zu Diensten, der mehr über Naturschutz, Nachhaltigkeit und Umwelt erfahren möchte. Oder einfach Kühe streicheln will.

Kinder- und Jugendbildung

„Die Möglichkeit Kindern und Jugendlichen auf dem Feld zeigen und erklären zu können, wo unsere Wurst herkommt, ist besser als jeder Lehrfilm. Die Kinder erforschen auf mehreren Ebenen die Zusammenhänge von Natur, Landwirtschaft und dem, was täglich auf dem Essenstisch steht. Durch das eigene Erleben, das mit den Kühen möglich ist, bekommen Nachhaltigkeit und Verantwortung ein Gesicht.“ – Steffi Rapp, Jugendsozialarbeiterin der Gemeinde Calden.

Was ist die beste Möglichkeit, um eine bessere Zukunft zu gestalten? Unseren Kindern all die Werkzeuge zu geben, die sie brauchen, um diese selbst zu erschaffen.

Dafür ist es wichtig, Kinder und Jugendliche schon früh mit Themen wie Umwelt und Ernährung in Kontakt zu bringen. Um dabei eine erfolgreiche und bleibende Aufklärung zu erreichen, muss die Interaktion zwischen Natur, Tier und Mensch erlebbar sein. Das ist oft leichter gesagt als getan, meist fehlen Lehrern und Erziehern die Möglichkeiten und die nötigen Kenntnisse, diese anspruchsvollen Themen entsprechend zu gestalten. Wir haben da die passenden Mittel – unsere zotteligen Schotten.

Das urtümliche Erscheinungsbild der Tiere, das lange Fell, die weiten, geschwungen Hörner und ihr kleiner, aber kräftiger Wuchs erwecken sofort die Aufmerksamkeit. In Kombination mit ihrem ruhigen, zutraulichen Wesen machen diese Merkmale sie zu hervorragenden Pädagogen.

In einem intensiven Training werden die Tiere sukzessiv an den Umgang mit Menschen gewöhnt. Kinder und Jugendliche können einen direkten Kontakt zu den Kühen aufbauen, sie berühren, streicheln, striegeln, sich um die Tiere kümmern. Eine Erfahrung, die selbst Kinder aus ländlichen Regionen immer seltener machen dürfen. Diese Möglichkeit auf offenem Feld gleichberechtigt mit den Tieren in Interaktion zu treten erzeugt Bewusstsein und Interesse für das Wesen der Tiere. Wissend um den selbstverstärkenden Effekt von positiven Erlebnissen möchten wir diese Atmosphäre nutzen, um Fragen zu wecken, den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, dass jeder einzelne durch seine Entscheidungen Einfluss nehmen kann – sei es auf Umwelt, Landwirtschaft, Tierhaltung oder Politik.

Die breite Ausbildung des Teams der Kingwood Highland Farm in den Bereichen Umweltwissenschaft, Agrarwirtschaft und Sozialpädagogik ermöglicht einen qualitativ hochwertigen Wissenstransfer, angepasst an die jeweiligen Vorkenntnisse und Altersgruppen.

Die Anbindung des Teams an die Jugendarbeit in der Region garantiert einen entsprechenden Rahmen und darüber hinaus eine konstante Fortbildung und den fachlichen Austausch.

Wir möchten betonen, dass es nicht unser Anliegen ist, den Kindern und Jugendlichen (oder auch deren Eltern) eine gewisse Denkweise aufzuzwingen. Das Überwältigungsverbot ist uns sehr wichtig. Unser Auftrag ist es zu informieren, das ganze Bild des Komplexes Landwirtschaft und Ernährung darzustellen und so selbständige, aufgeklärte  Entscheidungen zu ermöglichen.


Bewusster Konsum

„Ist doch egal, ob du Bio kaufst oder nicht. Damit kannst du doch eh nichts ändern.“ – viele Menschen die wir getroffen haben, sind dieser Einstellung. Wir sind da anderer Meinung. Und, zum Glück, ebenso immer mehr Leute, die sich Gedanken machen über die Art und Weise, wie sie sich gesund ernähren und dabei Umwelt und Natur schonen können. Das ist jedoch manchmal, vor allem bei Fleisch, ziemlich schwierig. Das möchten wir ändern.

Zu Anfangs sei gesagt, wir wissen natürlich um die Problematik des Fleischkonsums. Zu viel, zu oft, und das meist von minderer Qualität. Dies hat nicht nur negative gesundheitliche Folgen, sondern vor allem auch starke Auswirkungen auf unsere Umwelt. Massentierhaltung, negative Klimaeinwirkungen, Nitratbelastungen in heimischen Gewässern und Trinkwasser, hoher Flächenverbrauch inklusive der Rodung von Regenwäldern zum Sojaanbau etc. Selbst wenn man sich nicht intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt hat, so könnte man doch die Liste eine Weile weiterführen. Vielen Leuten ist bewusst, wie schädlich unsere Konsumkultur für Mensch und Tier ist. Doch wie etwas ändern? Einfach Vegetarier oder Veganer werden, und die Sache ist gegessen? Auch eine gute Idee, die wir voll und ganz unterstützen.

Die Kingwood Highland vertritt jedoch die Ansicht, dass Fleischessen vollkommen in Ordnung sein kann. Vorausgesetzt, es geschieht mit Herz und Verstand. Dies bedeutet die Menge ist angepasst und natürlich muss die Herkunft stimmen. Wir können da helfen.


Lebendige Gestaltung des ländlichen Raumes

Wir schätzen das dörfliche Leben sehr und haben in unserer Entwicklung stark von einer lebendigen Gesellschaft in Fürstenwald, Calden und Umgebung profitiert. Der Kingwood Highland Farm ist es ein Anliegen, dass dies folgenden Generationen ebenso möglich sein wird. Deswegen möchten wir die Attraktivität des ländlichen Raums stärken, sowohl wirtschaftlich wie auch kulturell. Damit Calden nach wie vor eine lebendige Gemeinde bleibt, ist es wichtig, entsprechende Anreize für junge Leute und Familien zu liefern, sich dort niederzulassen. Wir möchten mit unserem Projekt dazu beitragen, sei es durch die Gestaltung eines interessanten Bildungsangebots für Kinder und Jugendliche, die Unterstützung von Forschung und Wissenschaft, das Veranstalten verschiedenster Aktionen oder einfach durch die Bewahrung unserer nordhessischen Kulturlandschaft.

Damit verbunden ist ein für uns besonderes Ereignis. Mitte November 2016 hatten wir unsere ersten drei Kühe auf die Weide gebracht und ein paar Tage später trafen wir ein älteres Ehepaar am Weidezaun. Dieses erzählte uns, dass sie jetzt wieder viel öfters spazieren gingen, nur um unsere Kühe zu sehen. Das mag trivial erscheinen, uns hat es jedoch sehr in unserem Vorhaben bestärkt.