Werte

Ganzheitliche Mutterkuhhaltung. Was soll das überhaupt bedeuten?

Nun, die Idee an sich ist einfach. Wir möchten den Menschen im Raum Kassel die Möglichkeit geben, bestes Fleisch höchster Qualität zu genießen – und das ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Wie wir das anstellen wollen?

Die Kingwood Highland Farm betreibt keine einfache Tierhaltung. Die Tiere sind kein Produktionsmittel, kein Konsumgut, mehr als Fleisch. Sie sind Lebewesen und ein essentielles Element, damit die Unternehmung alle Aspekte der Nachhaltigkeit abdeckt. Dazu zählt als erstes die Säule Ökologie und Tierwohl, was unter anderem Naturschutz und Klimaeinwirkungen umfasst.

Die zweite Säule ist die Aktivität im sozialen Bereich. Diese Säule besteht aus der Kinder- und Jugendarbeit im Bereich der Umweltbildung sowie Kooperationen mit regionalen sozialen Einrichtungen.

Da all dies jedoch einen hohen Zeit- und Kostenaufwand mit sich bringt soll sich das Projekt durch den Verkauf von qualitativ hochwertigstem Fleisch selbst finanzieren. Konsequent umwelt- und tierfreundlich erzeugt. Somit wird auch die ökonomische Nachhaltigkeit, die dritte Säule, bei der Unternehmung nicht außeracht gelassen.

Wir bringen die Tradition der Landwirtschaft mit den Herausforderungen unserer und der kommenden Generationen in Verbindung.

Tierwohl

Uns sind viele Dinge wichtig, aber ganz oben steht das Wohlergehen unserer Tiere. Deswegen setzen wir alles daran, dass sich unsere Kühe rundum wohlfühlen. Basis dafür ist eine naturnahe Haltung mit viel Bewegung, frischer Luft, bestem Futter und – selbstverständlich – jeder Menge Liebe. Gleichzeitig verzichten wir auf unnötigen Medikamenteneinsatz, die Gabe von Kraftfutter oder Sojaschrot und vermeidbare Stresssituationen.

Naturschutz

Viele Kühe sehen sich mit dem Vorurteil konfrontiert, sie seien schmutzig, umweltschädlich, Klimakiller. Ziemlicher Blödsinn, wie wir finden. Nicht Kühe sind das Problem, sondern die Umstände der Haltung und eine Konsumkultur, in der Fleisch keinen Wert hat.

Wir sind überzeugt, dass Kühe für den modernen Naturschutz unersetzlich sind.


Biodiversität und Kulturlandschaft

Unsere Kühe ermöglichen den Erhalt der typischen nordhessischen Kulturlandschaft, tragen zu der Erholungsfunktion der Natur bei und sind elementar für die Schließung natürlicher Stoffkreisläufe. Besonders unsere Highlands tun sich in dieser Hinsicht hervor, denn sie verwerten und kontrollieren auch gröbere Aufwüchse, wie Sträucher oder Disteln, welche für Naturschutzflächen häufig ein Problem darstellen. Und das alles ohne Maschineneinsatz, ohne Diesel oder Öl zu verbrauchen.

Natürlicher Biss und Tritt sorgen für die Entstehung einer ortstypischen Vegetation, mit einer hohen Biodiversität, welche verschiedensten Tieren und Insekten sowohl als Nahrungsquelle wie auch als Lebensraum dient.

Auf der gesamten Weidefläche sind wandernde Brachestreifen angelegt. Das sind Gebiete, welche von den Kühen nicht betreten werden können und somit als Ruhe- und Rückzugsraum für verschiedene Tierarten dienen, vor allem für bodenbrütende Vögel wie den Kiebitz. Doch auch für verschiedene Insekten, wie beispielsweise Biene oder Hummel, sind diese unberührten Bereiche wichtig.

Des Weiteren sorgen natürliche Bachläufe mit Verlandungsbereichen, sumpfige Gebiete wie auch Hecken und Steinanordnungen für eine hohe Variation an Habitaten, die Vögel, Kleinsäugetieren, Insekten und Amphibien Schutz, Nahrung und Lebensraum bieten.


Klimaschutz und Kühe

Klimaneutrale Mutterkuhhaltung. Fleischgenuss ohne schlechtes Gewissen. Geht nicht?

Nun, das wissen wir jetzt auch noch nicht. Jedoch ist die Erfassung und stetige Verbesserung der Klimabilanz des Projekts eines unserer Primärziele. Um dies zu realisieren, bedarf es der Kombination mehrerer Faktoren.

Allem voran steht die extensive Mutterkuhhaltung. Die Tiere werden nicht im Stall gehalten, sondern stehen ganzjährig im Freien. Dabei werden sie nicht mit Kraftfutter oder sogar Importsoja zugefüttert, sondern fressen lediglich, was auf den Weiden und Wiesen wächst. Damit fallen Treibhausgasemissionen, die beim Futteranbau bzw. Transport entstehen würden, von vornherein weg. Darüber hinaus erhält der Grasaufwuchs der Fläche durch den Tritt und Biss der Tiere Wachstumsimpulse. Das bedeutet die Pflanzen werden zum Wachsen angeregt. Dabei verwerten diese Kohlenstoff für den Aufbau des oberirdischen Aufwuchses, aber auch das Wurzelsystem entwickelt sich weiter. Dies trägt bedeutend zu der Biomassen-Akkumulation im Boden bei und ist entscheidend für die Entwicklung der Humus-Schicht und für die CO2-Aufnahme Funktion des Bodens.

Dazu kommt die Minimierung sogenannter „Food Miles“. Die Tiere verbringen in der Regel ihr ganzes Leben in unserem Betrieb und die Vermarktung findet regional statt. Das bedeutet, dass auch hier die Emissionen stark minimiert werden.

Bleiben noch die direkten Emissionen in Form von Methan, das von den Tieren bei der Verdauung produziert wird, wie auch die Energiekosten von Kühlung, Verpackung und Fahrzeugen.

Diese gilt es durch andere Projekte auszugleichen – direkt, wie die Gewinnung von Elektrizität über Solarkollektoren auf dem ökologischen Landwirtschaftsbetrieb Beate und Georg Tolle. Oder indirekt, durch unser Engagement in der Umweltbildung.